Wochenikone
Russische Ikone (Palech),  kurz nach 1800
31,5 x 26,5 cm

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Die Ikone zeigt im Mittelfeld den orthodoxen Wochenzyklus, bei welchem jedem Tag ein besonderer Festtag zugeordnet ist. Oben links wird der Sonntag durch das Anastasismotiv, den Abstieg Jesu in die Unterwelt, vorgestellt. Der Montag dient der Erinnerung der hl. Engel, wie es oben rechts durch das Sujet der Synaxis zu Ehren des Erzengels Michael verbildlicht ist. Am Dienstag wird dem hl. Johannes dem Täufer gedacht. Das Bild seiner Enthauptung ist unterhalb des Anastasismotivs zu sehen. Gegenüberliegend ist rechts für die Mitte der Woche die Verkündigung des Erzengels Gabriel an Maria abgebildet. Die darunter dargestellten Szenen der Fußwaschung und Kreuzigung Christi sind den Tagen Donnerstag und Freitag zugeordnet. Der Samstag ist dem Gedächtnis aller Heiligen vorbehalten. Apostel, Märtyrer, Propheten, Vorväter, kirchliche Würdenträger, Mönche, Selige, Gerechte, Asketen und heilige Frauen sind unten detailliert vergegenwärtigt. In der Mitte stehen Kinder, stellvertretend für alle unschuldigen Kindlein des Bethlehemitischen Kindermordes. Dahinter sind Adam und Eva im Paradies unter dem Baum der Erkenntnis zu sehen. Links davon verbietet ihnen ein Engel, von den Früchten zu essen, rechts vertreibt er die Stammeltern aus dem Paradies. In der Mitte darüber, abgegrenzt durch ein Wolkenband, thront Christus. Flankiert wird er von der Gottesmutter und Johannes dem Täufer als Fürbitter der Menschheit sowie von vielen Engeln. Oberhalb sitzt segnend Gottvater als „Alter der Tage“ (nach Daniel 7,9) -umgeben von einer Rundaureole und einem geschweiften Viereck mit den Symbolen der Evangelisten- inmitten von Heiligen.

Inhaltlich erweitert ist diese Wochenikone durch die Darstellung der sechs Schöpfungstage. In der Mitte oben zeigen sechs kleine Bildfelder die im ersten Kapitel der Genesis geschilderte Erschaffung der Welt und des Menschen durch Gott in sechs Tagen. Die Schöpfung des Lichts, des Himmels, der Erde und der Pflanzen, der Gestirne, der Tiere und der Menschen sind thematisiert.

Am Rand sind in den vier Ecken die vier Evangelisten dargestellt. Als Allegorie auf das Mysterium der Eucharistie ist in der Mitte oben der „Melismos“ abgebildet, das in einem Kelch auf dem Altar liegende Jesuskind, welches von himmlischen Wesen umgeben ist. Weitere Heiligen-Darstellungen bedecken den restlichen Rand der Ikone.

Die mit dieser Randgestaltung gefertigten Wochenikonen, welche manchmal geringfügig in der Auswahl der Heiligen und ihrer Anordnung voneinander abweichen, werden zumeist dem Palecher Maler Vasilij Ivanovi? Chochlov und seinem Atelier zugeschrieben.

 

 


Holy Week (Sedmiza)
Russian icon (Palekh), shortly after 1800
31,5 x 26,5 cm

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In the centre the orthodox weekly cycle is shown. Each day is assigned a special feast day. Sunday – Anastasis, Monday – Holy Angels, Tuesday – St. John the Baptist, Wednesday – Annunciation, Thursday – Washing of the feet, Friday – Crucifixion of Christ and Saturday – All Saints. The content of this icon is extended by the representation of the six days of cration. In the middle above six small scenes are showing the creation of the world. The creation of light, heaven, earth and plants, stars, animals and humans are thematized.

The four evangelists are depicted in the four corners of the icon. As an allegory of the Eucharist, the “Melismos” is shown in the middle at the top. Some Saints are covering the remaining frame of the icon. 

Icons with this design, which sometimes differ slightly in the selection of saints, are mostly attributed to the Palekh painter Vasilij Ivanovi? Chochlov and his studio.